Nachhaltigkeit in der Corona Krise

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Carina Loges
April 15, 2021

Die Corona-Pandemie beschäftigt uns alle seit gut einem Jahr. Zwei Lockdowns und etliche Einschränkungen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum sind mittlerweile zu einer neuen Normalität geworden. Doch was ist mit den Themen, die vor Corona eine so wichtige Rolle gespielt haben, wie zum Beispiel Umweltschutz und Nachhaltigkeit? Sind diese durch die Pandemie in Vergessenheit geraten? Hierauf gibt es eine klare Antwort: Nein. Auch wenn Aktionen wie die Fridays-for-Future Bewegung nicht mehr auf der Straße demonstrieren können, sind diese Themen aktuell wie nie. Nicht zuletzt, da immer häufiger vermutet wird, dass fehlende Nachhaltigkeit, vor allem in der Wirtschaft, für die schnelle Ausbreitung des Virus mitverantwortlich ist.

Doch welchen Einfluss genau hat Corona auf die Nachhaltigkeit? In diesem Blogbeitrag wollen wir uns vor allem mit dem Verhalten der Endverbraucher beschäftigen. Dabei leitet uns hauptsächlich die Frage: hat sich im letzten Jahr das Bewusstsein zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz verändert?

Was ist Nachhaltigkeit?

Flowers in Chania

Um einen Einstieg in das Thema zu erhalten, wollen wir einmal kurz definieren, was Nachhaltigkeit überhaupt bedeutet. Zunächst einmal ist es wichtig zu sagen, dass es keine einheitliche Definition von Nachhaltigkeit gibt. Jeder interpretiert den Begriff Nachhaltigkeit auf seine eigene Weise. Allgemein gesagt geht es bei dem Konzept der Nachhaltigkeit darum, zukunftsorientiert zu handeln, mit dem Hintergrund, dass Ressourcen und vor allem die Erde zukünftigen Generationen noch zur Verfügung stehen.

Nachhaltig handeln beinhaltet daher neben Klima- und Umweltschutz auch soziale und wirtschaftliche Aspekte. Wie ein Individuum dies nun genau ausführt, bleibt seine persönliche Entscheidung. Einigen reicht es, wenn sie im Supermarkt regionale Produkte kaufen, andere verzichten auf Müll und leben nach dem Zero-waste Prinzip. Die persönliche Auslegung unterscheidet sich also von Person zu Person. Wichtig ist jedoch anzumerken, dass auch schon Kleinigkeiten einen großen Unterschied machen können.

Positive Auswirkungen der Pandemie

Die Einschränkungen im Leben der Menschen haben zu einer Konsumveränderung geführt. Allgemein haben die Menschen weniger ausgegeben, mehr online bestellt und hatten Zeit, ihre eigenen Bedürfnisse zu reflektieren. Vor allem hatte man aber viel Zeit zum Nachdenken und Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit haben eine neue Bedeutung gewonnen.

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Aufgrund der Lahmlegung des öffentlichen Lebens haben wir eine sauberere Luft, erzeugt durch geringere CO2 Emissionen, da es weniger Verkehr und einen geringeren Energieverbrauch gibt. Die Luftverschmutzung ging in den letzten Monaten also deutlich zurück. Homeoffice ist plötzlich keine Ausnahme mehr und Videokonferenzen ersetzen seit Monaten Face-to-Face Meetings.

Das Klima profitiert also durch Corona und nicht nur das. Etwa 24 Prozent der Bundesbürger geben an, sich seit der Krise stärker auf nachhaltiges Handeln zu konzentrieren (Quelle: https://www.marktforschung.de/aktuelles/marktforschung/nachhaltigkeit-corona-und-co/) . In den letzten Monaten wurde es auch für Unternehmen immer interessanter auf Nachhaltigkeit zu achten. Vor allem Supermärkte haben im ersten Lockdown von regionalen Handelswegen profitiert, um ihre leeren Regale wieder zu füllen. Was genau man als Unternehmer tun kann, könnt ihr in unserem letzten Blog nachlesen.

Doch zurück zu unserer Ausgangsfrage und wie Endverbraucher Nachhaltigkeit in ihrem Alltag integrieren. Viele Menschen achten seit der Krise vor allem darauf, mehr regionale Produkte zu kaufen, um Transportwege so kurz wie möglich zu halten. Außerdem geben viele an, darauf zu achten, dass Produkte möglichst umweltfreundlich verpackt sind. Obst wird immer häufiger unverpackt oder in eigenen Netzen verpackt gekauft, auf Plastik wird so gut es geht verzichtet.

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Nachhaltigkeit ist also bei den Menschen ein Thema, mit dem sie sich immer mehr beschäftigen. Gäbe es da nicht die Schattenseiten der Krise.

Negative Auswirkungen der Pandemie

Durch den Lockdown wurde das öffentliche und private Leben, soweit es geht, heruntergefahren. Geschäfte, Restaurants und Kinos blieben monatelang zu, Menschen kämpfen um ihre Existenzen. Verbunden mit geschlossenen Restaurants kam die support-your-locals Aktion ins Leben. Hierbei geht es darum, regionale Restaurants zu unterstützen und dort trotz Schließung Essen zu bestellen. Bürger/-innen setzten sich füreinander ein und versuchen zu helfen, wo es nur geht. Eine weitere Entwicklung zeigte sich im Online-shopping. Durch die Schließung des Einzelhandels vor Weihnachten wurden viel mehr Onlinebestellungen getätigt als schon die Jahre zuvor. Dies ließ sich nicht nur in den letzten Monaten, sondern über das ganze Jahr verfolgen.

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Hier zeigen sich die Schattenseiten der Pandemie. Durch vermehrtes Onlineshopping ,Essen bestellen und auch mehr Einkäufe, da essen im Restaurant ja nicht mehr möglich war, wurde im Jahr 2020 mehr Müll produziert als noch im Vorjahr. Vor allem Plastikmüll spielt da eine große Rolle. Schaut man sich Online-Shopping mal genauer an, so fällt schnell auf, dass dort mehr Müll entsteht. Produkte werden einzeln verpackt verschickt. Manchmal kommt es vor, dass eine Bestellung auf mehrere Pakete verteilt wird, damit sie schneller zum Kunden kommt. Und auch bei der Bestellung von Essen entsteht mehr Müll als bei einem Restaurantbesuch. Hier tritt also ein Problem auf.

Was tun?

Die ersten Schritte in die richtige Richtung sind bereits getan. Allein, dass Nachhaltigkeit bei vielen Menschen im Alltag eine wichtige Rolle spielt, ist ein Fortschritt. Und auch im Unternehmen wird immer mehr auf nachhaltiges Handeln geachtet. Dabei sind es meist nicht große Dinge, die wir in unserem Alltag ändern müssen, auch Kleinigkeiten können schon helfen. Hier ein paar Tipps für deinen Alltag.

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Verpackungsmüll kann weiter reduziert werden durch zum Beispiel unverpacktes Obst und Gemüse und von der altbekannten Konserve kann auf das Einmachglas gewechselt werden. Joghurt und Milch gibt es häufig auch in Glasbehältern und Tragetaschen ersetzen die Plastiktüten. Hier lohnt sich der Einkauf auf dem Wochenmarkt gleich zweifach. Viele der Produkte werden hier in Gläsern oder gar unverpackt angeboten und du kaufst gleichzeitig regionale Produkte.

Auch beim Kochen kann auf einiges geachtet werden. Kochst du zum Beispiel mit dem Deckel auf dem Topf, verbrauchst du weniger Energie. Außerdem solltest du auf Vorheizen des Backofens verzichten, auch wenn die Pizza dann 15 statt 12 Minuten dauert. Möchtest du von deinem frisch gekochten Gericht am nächsten Tag noch was essen, stelle es erst in den Kühlschrank, wenn es vollständig abgekühlt ist. Das spart Energie.

Auch im Haushalt können die kleinen Dinge einen großen Unterschied machen. Stelle deine Spül- und Waschmaschine nur an, wenn sie auch wirklich voll ist. Hier gilt auch, je heißer gewaschen wird, desto mehr Energie wird verbraucht. Deine Kleidung wird auch bei niedrigen Temperaturen sauber. Auch beim Putzen kannst du auf herkömmliche Hausmittel zurückgreifen und deine Putzmittel selbst herstellen, statt chemische Gemische zu kaufen.