Gibt es besseres als Recycling? Ja!
Wiederverwendung (ReUse) und ihre Vorteile für Unternehmen.

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Nezar Housni
October 09, 2020 7 min read
subzero cool peeps

Die Abfallwirtschaft in Unternehmen wird oft von Entsorgern übernommen. Ein Großteil der Abfälle wird dabei recycelt. Doch wie gut ist Recycling für die Umwelt wirklich? Können Unternehmen noch umweltfreundlicher sein und daraus sogar einen finanziellen Vorteil ziehen?

Die Antwort darauf gibt die Abfallhierarchie, die man im Kreislaufwirtschaftsgesetz findet. Diese schauen wir uns in diesem Blogbeitrag genauer an und stellen das vermeintlich positive Recycling von Rohstoffen der Wiederverwendung gegenüber.

Der verantwortungsvolle Umgang mit endlichen Ressourcen wird immer wichtiger und Unternehmen legen zunehmend Wert auf ihre Umweltbilanz. Recycling hat innerhalb der letzten Jahre an großer Bedeutung für den Umweltschutz gewonnen.

Während im Jahr 2000 noch lediglich 53,7% der Kunststoffverpackungen recycelt wurden, waren es 2017 ganze 99,4%. Produkte werden damit beworben, dass sie in recycelten Materialien verpackt sind, um umweltbewusste Kunden anzulocken. Doch wenn man mal hinter die Kulissen schaut, stellt sich Recycling als gar nicht so positiv heraus, wie es auf den ersten Blick scheint. Es lohnt sich daher, mal einen Blick über den Tellerrand hinweg zu wagen und Alternativen des Recyclings in Betracht zu ziehen. Damit wird Ihr Unternehmen nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch innovativer.

Abfallhierarchie gemäß Kreislaufwirtschatsgesetz.

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Betrachtet man die Hierarchie, fällt sogleich die große Schattenseite ins Auge! Recycling ist in der Hierarchie nur mittelrangig gelistet. Aber wie kommt das zustande?

Die Gründe dafür sind ebenso vielfältig, wie selbsterklärend. Beim Recyclingprozess entsteht zum einem ein enormer Energie- und Ressourcenaufwand. Zum anderen ist Recycling mit einem Qualitätsverlust verbunden. Betrachtet man nur 1Kg Recyclingpapier, wurden für dessen Herstellung 15 Liter Wasser und zwei Kilowattstunden Strom benötigt. Und jedes Papier kann lediglich 6-mal recycelt werden, bevor es als Schlamm nur noch der Verbrennung zugeführt werden kann.

„Recycling ist ein bisschen wie Symptombehandlung. Es lindert das Problem – aber es setzt nicht an der Ursache an.“ – Quelle: https://www.packmee.de/warum-recycling-schlecht-ist

Aber wie sieht es mit den Alternativen zum Recycling aus?

Schaut man sich die Hierarchie jetzt noch einmal an, gibt es zwei Alternativen, um den Recyclingprozess zu vermeiden: Abfallvermeidung und Wiederverwendung. Beide Alternativen bieten einen großen Vorteil für Unternehmen: einen finanziellen Mehrwert. 10% aller Materialien werden unnötiger Weise recycelt. Es landet quasi bares Geld in der Tonne. Fehlbestellungen oder eine Veränderung der Nachfrage machen komplette Abfallvermeidung allerdings nicht immer möglich. Betrachten wir daher das Konzept der direkten Wiederverwendung einmal genauer, denn die Vorteile sind enorm.

Warum Wiederverwendung?

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1.   Wiederverwendung ist umweltfreundlicher.
Wiederverwendung verlängert die Lebensdauer eines Produktes und verringert damit den Bedarf an neuen Produkten. Betrachtet man den immensen Ressourcenverbrauch für Abbau, Herstellung, Nutzung und Entsorgung, schützt die Wiederverwendung die Umwelt, das Klima und den Eingriff in die Natur.
Der Recyclingprozess, der bei der Wiederverwendung komplett wegfällt, benötigt hingegen viel Energie und viele neue Rohstoffe. Problematisch ist auch, dass nicht alle Materialien vollständig recycelt werden können und somit immer noch eine große Menge an Müll entsteht. Recyclingmethoden können zudem äußerst gefährlich sein, da sie giftige Gase und CO2 ausstoßen.

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2.   Wiederverwendung ist qualitätswahrend.
Ein großes Problem beim Recycling ist, dass die Sekundärprodukte oft eine schlechtere Qualität aufweisen als die Primärprodukte. Dieses spiegelt sich dann auch im Wiederverkaufswert wider. Für Unternehmen ist dieses ein klarer finanzieller Nachteil. Bei Kunststoffen ist der Qualitätsverlust besonders stark, denn der Recyclingprozess verändert die Qualität der Kunststoffe extrem. Aber auch beim Papierrecycling ist aus technologischen Gründen ein Qualitätsverlust unvermeidbar. Wiederverwendung umgeht dieses Problem automatisch, denn der Recyclingprozess wird direkt übersprungen.

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3.   Wiederverwendung ist wirtschaftlicher.
Während die Entsorgung, der Transport und die Logistik von überflüssigen Materialien sehr unwirtschaftlich ist, bietet die Wiederverwendung einen ganz eigenen Markt. Nicht nur die Endkunden handeln untereinander (Second-Hand Shops), sondern auch die Industrie kann von einem solchen Marktplatz profitieren. Auf B2B-Ebene werden so komplett neue Handelsbeziehungen geschaffen. Und das ist noch nicht alles:

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Einerseits kann der Verkauf von Materialien statt der Entsorgung als Abfall höhere Umsätze generieren.
Anderseits senkt der Einkauf von günstigeren Produktionsmaterialien die Produktionskosten und unterstützt die Umsatzsteigerung der Firmen.
B2B Handelsplattformen und Online-Marktplätze wie ReUse and Trade ermöglichen die Anwendung dieses Konzepts.
Schauen Sie doch einmal auf dem Marktplatz von ReUse and Trade vorbei und überzeugen Sie sich selbst.

Vorteile der Wiederwendung auf einen Blick

Was kann daraus jetzt mitgenommen werden?

Zu allererst soll dieser Blogbeitrag dazu dienen, die negativen Seiten des Recyclings zu verdeutlichen. Damit soll keinesfalls gesagt werden, dass Recycling generell schlecht ist und man es auf jeden Fall vermeiden sollte. Es soll vielmehr gezeigt werden, dass man in der Pyramide der Abfallhierarchie immer so weit wie möglich oben ansetzen sollte. Denn statt Produkte zu recyceln, kann man sie oft auch direkt wiederverwenden. Der umweltschädliche Recyclingprozess wird so komplett vermieden. Noch besser ist es natürlich, wenn man Abfall komplett vermeiden kann, denn das Problem der Entsorgung bleibt so vollkommen außen vor. Dies bedeutet, ausschließlich in langlebige, reparierbare und wirklich benötigte Produkte zu investieren. Das ist aber nur in begrenzten Fällen möglich. Daher: am besten alles Wiederverwenden oder beim Design gleich eine spätere Wiederverwendbarkeit mit einplanen. Online Marktplätze helfen Ihnen dabei! Auf der Website von ReUse and Trade finden Sie viele weitere Informationen zu diesem Thema. Schauen Sie mal rein unter https://www.reuseandtrade.de/.